Was ist Ecosia? Wir erklären die „Suchmaschine für Bäume“

Ein großer Teil aller Suchanfragen wird über Google durchgeführt. Dabei gibt es viele Alternativen, manche sogar mit ökologischem Charakter, wie etwa Ecosia. Wir stellen die grüne Suchmaschine vor.

Ecosia Logo

(Foto: Ecosia)

Was ist Ecosia und was steckt dahinter?

Ecosia funktioniert grundsätzlich wie jede gängige Suchmaschine. Auf Basis von Algorithmen werden dem Nutzer die (vermeintlich) relevantesten Ergebnisse angezeigt. Die Besonderheit findet jedoch im Hintergrund statt:
  • Mindestens 80 Prozent des Gewinnüberschusses, der durch Werbung erzielt wird, fließt in Projekte zur Erhaltung und Erschaffung von Wäldern.
  • Dies geschieht in ganz verschiedenen Regionen der Welt, zum Beispiel in Indonesien und in afrikanischen Ländern. Regionen, in denen der Waldbestand besonders in Gefahr ist, stehen dabei im Fokus. Als gefährdet gelten Wälder, in denen der Verlust mindestens 70 Prozent beträgt.
  • Ecosia hat das Ziel formuliert, bis 2021 die Marke von einer Milliarde gepflanzten Bäumen zu knacken. Laut den Betreibern wird alle 1,1 Sekunden ein neuer Baum gepflanzt; je mehr Menschen Ecosia nutzen, desto schneller wird dieser Vorgang.
Grüner Baum

Google ist nicht alternativlos!

Die Bäume werden derzeit vor allem in Burkina Faso, Madagaskar, Peru, Indonesien und Tansania gepflanzt. Die Ecosia GmbH wurde 2009 gegründet und ist eine zertifizierte B-Corporation; inzwischen hat sich die GmbH über die Schweizer Purpose Stiftung zu einem „sich selbst gehörenden Unternehmen“ gemacht.

Das Geld für die gute Sache kommt bei einer ‚Charity Search‘ über die beiden Google-Alternativen allerdings nur zustande, wenn die Nutzer auch auf Anzeigen klicken – denn nur dann setzen Ecosia und Gexsi Geld um. Es reicht also nicht, die beiden Alternativen zu Google nur zu nutzen, man muß sich auch für die dort ausgespielte Werbung interessieren.

Google steht immer wieder öffentlich in der Kritik

Dabei gibt es viele Gründe, die Arbeitsweise von Google zu kritisieren. Eine derartige Machtstellung, über die Google verfügt, gibt dem Internetriesen die Möglichkeit, den Markt zu bestimmten. Die Bedingungen etwa für suchmaschinenbasierte Werbung oder dafür, welche Seite in den Suchergebnissen weit oben erscheint und welche nicht, legt Google fest. Erst im Sommer war das Unternehmen aufgrund seiner starken Marktposition wieder in den Schlagzeilen. Dabei ging es um Googles Betriebssystem für Smartphones: Android. In den Verträgen mit den Herstellern von Android-Geräten wurden jene verpflichtet, das Gesamtpaket der Google Apps vorzuinstallieren. Damit befanden sich der Google Play Store, Google Maps, Google Chrome und viele weitere Apps bereits auf dem Handy, wenn es zum Verkauf angeboten wurde. So sicherte sich Google seine wichtige Marktstellung in diesem Bereich und unterband die Möglichkeit, dass konkurrierende Apps vorinstalliert werden konnten. Die EU-Kommission verhängte eine Rekordstrafe von 4,43 Milliarden Euro aufgrund dieses Vorgehens.

Google steht ebenfalls immer wieder in der Kritik, da der Konzern riesige Mengen an Daten sammelt. Nutzerspezifische Daten, etwa über das Surfverhalten, sind ein wertvolles Gut der heutigen Zeit. Sie ermöglichen es Google beispielsweise, Nutzern personalisierte Werbung anzuzeigen. Die Daten, über die Google verfügt, müssen jedoch auch besonders geschützt werden, was nicht immer gelingt: Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass rund 500.000 Profile des Netzwerks Google Plus wahrscheinlich von einem Datenleck betroffen waren. Dabei erhielten App-Entwickler Zugriff auf Profil-Daten der Nutzer – und zwar bereits seit dem Jahr 2015. Das Leck wurde im Frühling 2018 entdeckt, Google informierte die Öffentlichkeit jedoch nicht. Dass die Nutzerdaten jahrelang zugänglich waren, wurde erst jetzt, im Oktober, bekannt.

Ein weiterer Grund, warum Google öffentlich kritisiert wird, sind darüber hinaus die geringen Steuerabgaben, die das Unternehmen zahlt. Neben einem Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten stellt sich dieses Verhalten auch als Nachteil für die einzelnen Staaten dar, da die Steuereinnahmen für Infrastruktur, Bildungswesen und viele weitere Zwecke genutzt werden könnten.

„Google mal nach…“

Google ist DIE Suchmaschine. Allein die Tatsache, dass eine suchmaschinenbasierte Suche als „googeln“ bezeichnet wird und dieses Verb tatsächlich Eingang in den Duden gefunden hat, macht die enorme Bedeutung des Megakonzerns deutlich, der in diesem Jahr 20 Jahre alt wurde. Sieht man sich die Marktanteile von Suchmaschinen an, wird deutlich, warum sich nicht „yahoon“ oder „bingen“ in unserem Wortgebrauch durchgesetzt haben. Weltweit nimmt Google über 86 Prozent des Marktanteils für Suchmaschinen am Desktop ein. In Deutschland sind es unwesentlich weniger, nämlich 85,78 Prozent. Für die mobile Suche sind es unfassbare 98,39 Prozent. Eine ernsthafte Konkurrenz hat Google dabei nicht, lediglich Bing und Yahoo haben einen erwähnenswerten Marktanteil mit rund 6,5 Prozent und drei Prozent weltweit.

Google Suchmaschine

Eine alternative Suchmaschine muss her – Ecosia

All diese Kritikpunkte stellen nur einen Ausschnitt der jeweiligen Bereiche dar. Wer die gesamte Kritik an Google zusammentragen würde, könnte sicherlich ein ganzes Buch füllen. Doch schon dieser kurze Überblick zeigt: Wir sollten uns über Alternativen zu Google Gedanken machen. Einen Anfang kann man bei der Wahl der Suchmaschine machen.

Ecosia ist eine Suchmaschine, die genau wie Google mit einem Algorithmus arbeitet, um je nach Suchanfrage relevante Ergebnisse auszuspielen. Für den Nutzer ergeben sich kaum Unterschiede in der Bedienung. Die Suchergebnisse sehen sogar in der visuellen Darstellung denen von Google verblüffend ähnlich. Doch an dieser Stelle hören die Gemeinsamkeiten wohl auch schon auf.

Mit geschätzt über sieben Millionen Nutzern ist die Suchmaschine aus Berlin zwar bedeutend kleiner als Google oder auch Bing oder Yahoo, allerdings auch nicht mehr ganz unbekannt. Neben der Web-Version, gibt es Ecosia mittlerweile auch als App für iOS und Android.

So installieren Sie Ecosia in Ihrem Browser

Die Suchmaschine Ecosia funktioniert so, wie andere Suchmaschinen auch: Sie geben einen Suchbegriff ein und Ecosia findet für Sie relevante Websites. Jedoch ist davor die Installation des Tools notwendig. Sie installieren es als Plugin in Ihrem Browser.
Ecosia ist sowohl für Firefox als auch für Chrome verfügbar. Im Grunde funktioniert die Installation bei beiden Browsern gleich:
  1. Firefox: Add-on für Firefox
  2. Klicken Sie auf „Hinzufügen“, um Ecosia herunterzuladen und zu installieren. Sie finden das Plugin anschließend in Ihrem Browser. Damit alles funktioniert, schließen Sie Ihren Browser einmal und öffnen Sie ihn wieder.